Mütze in Nadelbindungstechnik
         
Zurück zum Handwerk
Zurück zu den Alltagsgegenständen
   
       
         
Zurück zur Startseite
Rekonstruktionsvorschlag einer Kappe im Mammenstich
       
Darstellungen von konischen Kappen sind uns aus der Wikingerzeit zahlreich überliefert. Nur Kappen selbst kaum. Aus Haithabu gibt es einige gewebte Textilfragmente, die möglicherweise zu solchen Kappen gehört haben mögen. - Nur beweisbar ist das nicht.

Da uns allerdings auch mehrere Funde von Fäustlingen und Socken in Nadelbindungstechnik bekannt sind, besteht die Möglichkeit, dass auch Kappen gelegentlich in dieser Technik hergestellt wurden. Einige nadelgebundene Textilfragmente aus skandinavischen Siedlungen könnten außerdem von Kappen stammen.

Gleichzeitig sind geknüpfte Mützen in Sprangtechnik bereits in der Bronze- und vorrömischen Eisenzeit Nordeuropas bekannt, so dass der Schritt zur Nadelbindung nicht weit wäre.

Außerdem soll in einem Heiligengrab des 10. Jahrhunderts in Trier eine Mütze in Nadelbindungstechnik gefunden worden sein. Leider findet sich bislang keine glaubhafte Literatur darüber, so dass dieser Beweis ebenfalls offen bleiben muss...

Die hier gezeigte Kappe wurde aus mit Krapp gefärbtem Wollgarn im so genannten Korgen- bzw. Mammenstich hergestellt. Aufgrund des relativ feinen Garnes und aufwendigen und dicht ausgeführten Stiches betrug die reine Arbeitszeit etwa 70 Stunden.