Archiv für Dezember 2011

Wunderbares Drechseln

Freitag, 23. Dezember 2011

Im Wikingermuseum in Borg auf den Lofoten war vor fünf Jahren ein Drechsler aus Dänemark zu Gast, der es wirklich drauf hat. Seht Euch einfach an, wie das Licht durch seine Schalen fällt.

http://www.youtube.com/watch?v=5ToRAARzjE4

Reiches Körpergräberfeld in Polen

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Bereits von 2007 bis 2009 wurde in Zentralpolen ein Körpergräberfeld des 10./11. Jahrhunderts ausgegraben. Das Gräberfeld ist durch Archäologen der Polnischen Akademie der Wissenschaften untersucht worden. Die reiche Ausstattung des Gräberfeldes belegt eine gewisse Nähe der Bestatteten zu Lebenszeiten mit aufstrebenden polnischen Herrschergeschlechtern.

Aus den übrigen Gräbern sticht ein einzelnes Grab hingegen deutlich hervor: Die Körperbestattung eines etwa Zwanzigjährigen mit Schwertbeigabe. In seinem Grab fand sich außerdem ein Riemenbeschlag mit einem Ziermuster, das dem Ausgräber zufolge für Swjatopolk den Verfluchten steht. Laut seiner Interpretation musste der Tote aus dem nahen Umfeld dieses Kiewer Großfürsten stammen, der von 1016 bis 1017 vor seinem Halbbruder zu seinem Schwiegervater Boles?aw Chrobry nach Polen geflohen war.
Außerdem fällt auf, dass dieses Grab in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet war, wohingegen die übrigen Gräber ost-west-orientiert waren. Aufgrund dieser Tatsachen, gehen einige polnische Archäologen davon aus, dass es sich bei dem jungen Krieger um einen skandinavischen Söldner in Diensten Swjatopolks handeln könnte, der zusammen mit seinem Herrn nach Polen floh und dort verstarb.
Zumindest handelt es sich aber wohl um eine Person, die evtl. dem Gefolge des vertriebenen Großfürsten angehörte, zu seinen Verbündeten gehörte oder ihm vielleicht sogar nahe stand.

Aber auch insgesamt gibt es einige Eigenheiten des Gräberfelds, die nicht nach Zentralpolen passen. Genaueres dazu bei National Geographic.

http://news.nationalgeographic.com/news/2011/12/pictures/111216-warrior-graves-polish-viking-treasure-science/

Die Mutter aller Belebungsdokus…

Samstag, 10. Dezember 2011

Zwei oder mehr Wochen Leben auf der Burg oder einem Steinzeitdorf, die Bewirtschaftung eines brandenburgischen Gutshauses Anfang des 20. Jahrhunderts, einer Almhütte im Schwarzwald etc. – Das alles sind für Deutschland vor etwa zehn Jahren neue Fernsehkonzepte gewesen, die in verschiedensten Varianten durchgeführt wurden. Und doch ging es eigentlich immer nur darum, den Leuten die Zeit so schwer wie möglich zu machen, damit sich das ganze auch für den voyeuristischen Zuschauer bezahlt macht.

Das Konzept an sich ist allerdings schon ein alter Hut. Bereits 1978 hat die BBC eine Gruppe junger Menschen dafür begeistern können, ein eisenzeitliches Dorf nach archäologischer Grundlage zu rekonstruieren und dort auch ein Jahr zu leben. Dabei waren die Kameras nicht allgegenwärtig, sondern nur zwei Tage die Woche anwesend. – Szenen morgens beim Aufstehen, auf dem stillen Örtchen o.ä. fehlen entsprechend. Doch gerade auch deswegen ist diese Dokumentation sehenswert.

Das folgende Video bei Youtube ist der erste mehrere Dokumentationsteile, der dreißig Jahre später auf die Originaldokumentation zurückblickt. Weite Teile des Originals werden übernommen und in der Rückschau von den damaligen Teilnehmern kommentiert. Spannend wird die Doku auch besonders in den Teilen, in denen gezeigt wird, wie die Erfahrung ein Leben und einfachen Umständen zu führen, den weiteren Lebensweg der ehemaligen „Eisenzeitler“ beeinflusst hat.

http://www.youtube.com/watch?v=2e7ZLWz3UMw